Schauspiel contra Fotografie

Während der Schauspieler von innen nach außen die Rolle entwickelt, verfolgt der Fotograf den entgegengesetzten Weg: über den Körper in die Emotion finden.

Das sind entgegengesetzte Pole, es bedarf eines gewissen Fingerspitzengefühls, dem Protagonisten nicht in die Rolle zu fallen, aber ihn gleichzeitig ins rechte Licht zu rücken. Schließlich geht es um den visuellen Ausdruck, und das gespochene Wort ist hier nur störend, denn es verzerrt den Mund und damit das Gesicht auf den Fotos.

Das Bindeglied ist die Gestik, die die Rolle verdeutlicht. Es geht um fiktive Situationen, die vor der Kamera ausgelebt werden, um ein starkes Portrait zu erzeugen, das sich abbilden lässt.

Was heißt das konkret? Ich gebe Anregungen zu Haltung, Position zu Kamera und Licht, zu einem fiktiven Gegenüber, um einen Dialog mit der Kamera zu entwickeln, und biete eine Freiheit der Rolleninterpretation. Es geht darum, den Schauspieler nicht einzuschränken, sondern ihm eine Bühne zu bieten für seinen Vortrag.